Montag, 30. Januar 2017

Mehr Regen als Sonne...

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider war die vergangene Woche sehr verregnet, was für diese Jahreszeit nicht typisch ist. Normalerweise ist von Dezember bis April die Trockenzeit, in welcher es nur an einzelnen Tagen regnet!


Doch wir ließen uns die Laune von diesem Wetter nicht verderben. Die sonnigen Stunden genossen wir deshalb umso mehr.


In diesem Blogeintrag berichten wir euch, wie eine normale Schulwoche für die Schüler aussieht.
In der Regel sollten die Schüler ab 8.30 Uhr in der Schule sein, was aber nicht immer der Fall ist.
Nachdem die Schüler ihre Schultaschen abgelegt haben, werden die einzelnen Klassenräume gekehrt, alle Fenster geöffnet und der Garten gepflegt. Anschließend werden die mitgebrachten Blumen in ein Körbchen gelegt, ein Glas mit Wasser, ein Räucherstäbchen und eine Öllampe vorbereitet. Jeder Schüler nimmt einen Gegenstand in die Hand und bringt ihn nach draußen zur Buddha-Statue. Somit wird Buddha geehrt. Abschließend wird noch gemeinsam gebetet.


Gemeinsam mit den Kollegen haben wir einen Stundenplan ausgearbeitet. Mit diesem Plan sollen die Schüler mehr Sicherheit und Routine im Tages- und Wochenablauf bekommen.
Somit starten wir nach dem Beten mit unserer "Game Time". Es werden kleine Spiele, wie Memory oder Ballspiele gespielt. Um 9.30 Uhr ist der "Short Break". Hier nehmen die Schüler und Lehrer ihre erste Mahlzeit, also das Frühstück zu sich.
Die Schultage am Montag und am Dienstag sind gleich aufgebaut. Nach dem "Short Break" beginnen beide Tage mit dem Mathe- und Sinhalaunterricht.
Am Mittwoch wird in beiden Unterrichtseinheiten Englisch und am Donnerstag Kunst unterrichtet.

Jeden Tag ab 11.30 Uhr ist Lunch. Hier wird das selbstmitgebrachte Mittagessen verspeist und es bleibt auch meist noch Zeit für Spiele oder Gespräche.
Nach dem Lunch findet lebenspraktischer Unterricht statt. Montag und Dienstag ist Arbeitstraining. Hier werden "Medicine Packats" oder "Bookmarks" angefertigt, welche dann auch von den Schülern verkauft werden.
Am Mittwoch steht "Home Science" auf dem Plan. Hier werden ihnen Hauswirtschaftliche Tätigkeiten, wie z.B. Kochen, Nähen oder Bügeln näher gebracht und gelernt.


Donnerstag ist der bekannte Dance and Music Day. Hier kommen auch andere Schüler mit Beeinträchtigung aus einer nahe gelegenen Schule vorbei. In einer großen Runde macht tanzen und singen noch viel mehr Spaß!


Freitag, gleich nach der Gebetseinheit, findet der Outing Day statt. Die Aktivität wechselt wöchentlich. So wird z.B. ins Kino, an den Strand oder zum Essen gegangen.
Immer am letzten Freitag im Monat ist "Selling-Day". Näheres dazu später..
Der Schultag endet für die Schüler täglich um 15.00 Uhr.

Am Montag bastelten wir einen bebilderten Stundenplan, wie wir es gerade beschrieben haben. Es beanspruchte viel Zeit. Wir mussten alles selbst zeichnen, da wir keinen Computer oder Drucker zur Verfügung hatten. Von den Schülern wurden wir dabei fleißig unterstützt.


Am Dienstag Vormittag arbeiteten wir beide an den "Medicine Packats" weiter, da die Schüler von Mallika und Apsera in Mathe und Sinhala unterrichtet wurden.
Am Nachmittag gingen wir nach draußen und spielten eine Runde "Foot Bottle Bowling". Wie der Name schon sagt, haben wir Flaschen aufgestellt, die bis zur Hälfte mit Wasser gefüllt waren und mit einem Fußball umgeschossen werden sollten. Alle spielten mit! Es machte allen großen Spaß.



Den Mittwoch gestalteten wir ganz im Sinne des Englisch Unterrichts. Um die bereits erlernten Farben zu festigen, wiederholten wir diese mit Hilfe von Luftballons. Jeder Schüler bekam einen Luftballon, den er sich mit einem Stück Schnur um den Fuß binden durfte. Wir stellen uns im Kreis auf und jeder sagte die Farbe, welche er hatte. Danach spielten wir ein Spiel. Ziel war es, die Luftballons der anderen zu zertreten, aber seinen eigenen zu behalten und zu beschützen.


Am Nachmittag stand Hauswirtschaft auf dem Stundenplan. Es wurde mit allen eine Gemüsesuppe zubereitet, welche anschließend von den Schülern und den Eltern verspeist wurde. 



Am Donnerstag kamen wir später in die Schule, da wir Premadasa (Mann von Dhammika) in seiner Schule besuchten und diese besichtigten. Auch er arbeitet mit geistig und körperlich beeinträchtigten Kindern zusammen. Zu Beginn hatten wir ein kurzes Gespräch mit der Rektorin, dann zeigte uns Premadasa die Schule. Voller Stolz zeigte er uns eine Rampe, welche von InGeAr gebaut wurde.
Es war sehr interessant und wir bekamen viele Eindrücke!

(Die von InGeAr gebaute Rollstuhlrampe) 

Zurück in der Class of Hope, startete Dhammika mit Kunst. Im Mittelpunkt standen unsere Hände. Jeder Finger und die Handfläche wurde in einer anderen Farbe bemalt und dann aufs Papier gedrückt. Diese Handabdrücke wurden von jedem individuell verziert.





Auf Wunsch der Schüler, tanzten wir noch einmal zu Andreas Gabalier "I sing a Liad füa di". Viele Schüler konnten sich noch an die einzelnen Tanzschritte erinnern, was uns sehr freute und auch überraschte.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag, und auch noch am Freitag Morgen regnete es sehr viel. Aus diesem Grund kamen nur wenige Schüler in die Class of Hope.
Es war der letzte Freitag in diesem Monat, was hieß, dass Selling-Day war. Selling-Day bedeutet, dass von den Schülern mitgebrachte Lebensmittel verkauft werden. Bei schönem Wetter findet der Verkauf an der Straße statt, bei Regen auf der überdachten Terrasse.  Hierbei wurden sie von ihren Eltern tatkräftig unterstützt. 
Trotz des schlechten Wetters wurde fast alles verkauft und einiges an Geld eingenommen.
An diesem Tag endete der Schultag früher, da die Schüler nach dem Verkauf mit den Eltern nach Hause gingen. 


Viele liebe, aber verregnete Grüße,
Melisa 



Montag, 23. Januar 2017

Bilder sagen mehr als tausend Worte...

Hallo aus der Class of Hope!


Letztes Wochenende verbrachten wir zu Hause bei unserer Gastfamilie. Es war ein sehr ruhiges und schönes Wochenende, an dem wir wieder viel über die Lebensweisen unserer Gastfamilie dazu lernen konnten.
Wir wollen diesen Eintrag nutzen, um euch unseren Alltag in einer einheimischen Familie etwas näher zu bringen.  Für die Familie startet der Tag am Wochenende meistens um 6.30 Uhr. Die Zeit bis 7.00 Uhr wird genutzt, um Wäsche zu waschen, den Garten zu gießen und die Wasserreserven aufzufüllen, da es von 7.00 Uhr bis 19.00 Uhr kein fließendes Wasser gibt.
An den Wochentagen bleibt für diese Dinge mehr Zeit, da der Tag für die Familie bereits um 4.00 Uhr morgens beginnt. Wir haben den Luxus etwas länger schlafen zu können. Das heißt, wir stehen zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr auf. Je nach dem, ob wir das fließende Wasser benötigen oder nicht.Wollen wir beide morgens duschen, müssen wir um 6.00 Uhr in den Tag starten, da es passieren kann, dass das Wasser bereits um 6.30 Uhr abgestellt wird (auf Zeitangaben kann man sich hier in Sri Lanka nicht zu 100% verlassen ;-) )
Für "Notfälle" haben wir einen Wasserspeicher, welchen wir jederzeit benutzen können.
Ach ja.. Kein fließendes Wasser bedeutet auch, dass keine Toilettenspülung geht, man nicht abwaschen kann und man sich nicht mal schnell die Hände waschen kann.
Um 7.30 Uhr gibt es Frühstück, welches täglich für uns zubereitet wird. Hierbei wird sehr darauf geachtet, dass wir nicht zwei mal hintereinander das selbe bekommen. Nur den leckeren Schwarztee gibt es täglich.
Zwischen 8.00 Uhr und 8.30 Uhr geht unser Bus, der uns fast bis zur Haustüre der Class of Hope fährt (25 Minuten Fahrtzeit für ca. 16 Cent pro Person)
Nach unserem Arbeitstag in der Class of Hope verbringen wir die freie Zeit oft am Strand oder in Galle. Abends geht es mit dem Bus wieder nach Hause. Dort gibt es um 20.00 Uhr das frisch zubereitete Abendessen. Es gibt eigentlich täglich Reis. Dazu bekommen wir verschiedene Currys, Salate und Obst. An manchen Tagen helfen wir bei der Zubereitung des Abendessens und lernen hierbei viel über die Zubereitungsart der landestypischen Gerichte. In Sri Lanka wird beim Essen  auf Besteck verzichtet, so lernten auch wir schnell, unser Essen mit einer Hand zu verspeisen.
Die Zeit beim Abendessen nutzen wir für Gespräche mit unserer Gastfamilie. Wir fühlen uns schon jetzt als Teil der Familie. Der in zwei Wochen bevorstehende Abschied wird uns sicher nicht leicht fallen!

Jetzt zu unserer Woche in der Class of Hope. Wir haben wieder einiges erlebt. Melli hat sich zum Beispiel mit Tharuka und Apsera auf den Weg gemacht, um die Lesezeichen in anderen Schulen zu verkaufen - dieses Mal mit mehr Erfolg!
Lisa hat währenddessen mit einer Schülerin Lesezeichen aus Stoff genäht, welche von InGeAr in Deutschland verkauft werden.

Wir haben viele Spiele gespielt und dabei viel miteinander gelacht.


 Unterrichtet wurde in dieser Woche Sinhala, Englisch, Mathe, Musik und Kunst.





Am Donnerstag fand der wöchentliche Dance and Musik Day statt. Kunst wurde an diesem Tag zusätzlich unterrichtet. Bei unserem Angebot zum Thema Kunst lernten die Schüler die Zahnbürste unter einem neuen Aspekt kennen. Man kann mit dieser nämlich auch viel Spaß haben! Mit Schablonen, welche wir auf ein weißes Papier legten und diese mit Hilfe der Zahnbürsten mit Wasserfarben bespritzten, entstanden wunderschöne und einzigartige Kunstwerke. Die Schüler konnten garnicht genug davon bekommen und auch wir haben das Angebot sehr genossen.
Nachmittags wurden einheimische Lieder gesungen, dazu getanzt und viel gelacht.


Auf den Outing-Day am Freitag freuten wir uns schon die ganze Woche, da unser Ziel der Strand in Unawatuna war. Mit dem Bus fuhren wir dort hin und suchten uns einen Platz im Schatten.
Obwohl alle Eltern Bescheid wussten, hatten nur drei von acht Schülern ihre Badesachen dabei. Das hielt uns aber nicht davon ab, ins Wasser zu gehen. Sowohl Schüler als auch Lehrer stürzten sich in voller Montur in die Wellen. Es wurden Ballspiele gespielt, Wasserschlachten ausgetragen und einigen Schülern wurde die Angst vor dem Wasser, für ein paar Stunden etwas genommen. Shanaka und Mayomi legten sich ins Wasser und ließen sich von uns durch die Wellen ziehen. Die anfängliche Angst wurde Stück für Stück überwunden und wir merkten, dass sie bereits großes Vertrauen zu uns aufgebaut haben.
Viele Touristen sahen uns mit einem Lächeln im Gesicht zu, wie wir mit den Schülern im Meer
 Spaß hatten und scherzten.
Auf Melli kam sogar eine Frau zu, strich ihr mit der Hand über die Schulter und meinte " you two do a very good job!" Wir freuten uns sehr, dass auch außenstehende Personen sahen, wie viel Freude wir gemeinsam mit den Schülern haben!

Aber nun genug! Bilder sagen ja bekanntlich mehr als 1000 Worte!





Viele sonnige Grüße ins kalte und verschneite Deutschland,

 Melisa :)