Freitag, 24. Februar 2017

Medicine packets

Hey ihr Lieben,

heute möchte euch, wie bereits angekündigt, mehr über die "Medicine packets" erzählen, die wir fleißig täglich herstellen.

Dazu eignet sich zunächst ein Blick auf den Stundenplan, den Melli und Lisa in ihrer Zeit gebastelt haben (siehe Mellis und Lisas Eintrag). Dabei stehen Montag und Dienstag "vocational training" auf dem Programm. Und auch an anderen Tagen werden freie Minuten dafür genutzt. Das bedeutet, dass die "Kinder" eine Art Berufsausbildung bekommen, also sie lernen einfachste Tätigkeiten selbstständig auszuführen. Das Ziel ist zum einen, dass die Schüler helfen können, Geld für die Klasse einzunehmen, und zum anderen, dass sie langfristig die Möglichkeit haben, tatsächlich eine Arbeit zu finden.
Die Art der Arbeit ist dabei davon abhängig, was gerade gebraucht wird und zur Zeit hat die Klasse eine riesige Anfrage von "Medicine packets".

Was sind jetzt aber diese Medicine packets?
Das sind kleine Tütchen aus dünnem Papier, die hier in den Apotheken verwendet werden, um den Kunden Tabletten zuzammenzupacken und zu verkaufen.
Diese müssen günstig hergestellt und von den Apotheken gekauft werden. Und einige Apotheken im Umkreis haben die Klasse besucht und sich entschieden, die Schüler zu unterstützen. Deshalb bestellen sie ihre medicine packets bei der Class of Hope, obwohl sie dafür etwas mehr zahlen und der Ausschuss an unbauchbaren packets größer ist.

Herstellungsprozess:

Um die packets herzustellen, kauft Dhammika dünnes Papier, dass in großen Streifen zugeschnitten ist.


Diese Streifen werden dann gefaltet, sodass sie die Größe der Schablone haben und anschließend wird die benötigte Form aufgezeichnet.






Im nächsten Schritt wird der durchs Falten entstande Stapel ausgeschnitten und die Form der medicine packets gefaltet, damit fürs anschließende Kleben alles vorgefalzt ist.




Das Kleben ist der langwierigste Schritt, da man nicht stapelweise arbeiten kann, sondern jedes packet einzeln geklebt werden muss. Daher werden die Schüler hauptsächlich für diesen Schritt eingespannt, während die Lehrer alles vorbereiten.






Ist der Kleber dann getrocknet, werden die fertigen packets in Hunderterpäckchen zusammengepackt und in Tausenderbündeln an die Apotheken geliefert.
Für jedes Tausenderbündel, ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie lang wir dafür brauchen, bekommt die Klasse dann 300 Rupees, also knapp 2€.

Und dafür der ganze Aufwand, fragt ihr euch jetzt vielleiht, denn ich hab mich das auch gefragt.  Aber jedes Päckchen ist den Aufwand wert, wenn man sieht, dass die Schüler beim Schneiden, Falzen und Kleben täglich ihre motorischen Fähigkeiten schulen. Sie müssen sich mit dem Zählen auseinandersetzen und begreifen, was hinter der Zahl 1000 steckt. Und das ganze in einer realen Situation und dem stolzen Gefühl etwas geschafft zu haben und verkaufen zu können.

Nächstes Mal gibt's wieder einen allgemeineren Post über alles, was wir so machen mit vielen schönen und lustigen Bildern.

Bis dahin eine gute Zeit und schöne Grüße aus Galle,
eure Elena

Freitag, 10. Februar 2017

Ayubowan und herzlich willkommen

Ayubowan  heißt "Ich wünsche ein langes Leben "und wird hier zur Begrüßung verwendet. Und ich möchte euch damit auf dem Blog willkommen heißen und mich als "neue" freiwillige in der Class of hope vorstellen.

Bitte verzeiht die Tippfehler, auf dem Tablet, das ich dabei habe, ist das gar nicht so einfach zu schreiben.

Mein Name ist Elena und ich hab natürlich auch ein kurzes Vorstellungsvideo für euch gemacht.

Hier der Link dafür:
https://drive.google.com/file/d/0B3cJ2C-pnksKRE5maGdUYmMzdzA/view?usp=drivesdk


Außerdem möchte ich euch noch kurz von meiner ersten Woche berichten:
Wie Melli und Lisa bereits erzählt haben, habe ich gleich am zweiten Tag mit den Schülern einen Kartoffeldruck gemacht, eine große motorische Herausforderung, die allerdings allen viel Spaß gemacht hat und zu tollen Ergebnissen geführt hat.




Der Outingday am Strand War suche mich wirklich schön. Es ist toll zu sehen, wie die Schüler im Wasser ihre Freude haben. Mayomi War besonders stolz, da sie auch tauchen kann. Um sie darin zu unterstützen, habe ich ihr meine Schwimmbrille gegeben, die sie gar nicht mehr abgesetzen wollte. Und mit meiner wasserdichten Kamera sind dabei auch ein paar coole Bilder entstanden. 






Besonders eindrucksvoll war es für mich über die Ängste der Schüler zu erfahren und zu sehen, wie sie Estland schafften diese abzubauen. Einige haben nämlich den Tsunami 2004, der die Gegend hier schwer getroffen hat, am eigenen Leib gespürt und Wellen sind mit Angst verbunden. 

Und Freitagabend waren wir ja dann, wie Melli und Lisa erzählt haben, alle gemeinsam mit der Gastfamilie essen. 

Mein ersetzt Wochenende hier, habe ich bei meiner Gastfamilie verbracht und am Strand.  Das war sehr gemütlich und wir haben auch einen kleinen Ausflug gemeinsam gemacht :) 


Die zweite Woche in der Schule verging jetzt wie im Flug. Die meiste Zeit haben wir fleißig Medicine-Pakets gemacht. Was es damit auf sich hat, werde ich euch wahrscheinlich im nächsten Beitrag näher erklären. Außerdem haben wir einen Tempel besucht, den Geburtstag einer Schülerin gefeiert, Katlets gekocht, den Garten gegossen und auf Vordermann gebracht und beim UNO spielen die englischen Zahlen und Farben gelernt und geübt. 
















Und heute ist zwar erst freitag, aber heute ist poyaDay ein wichtiger feiertag. Poyaday ist einmal im Monat, wenn Vollmond ist und an diesem Tag wird gedankt und sich um das eigene wohl gekümmert, also auch nicht geafbeitet. Ich mach mich jetzt dann auf den Weg nach hikkaduwa für das lange wochenende. 
Bis bald, 
eure Elena 




Dienstag, 7. Februar 2017

Back to Germany

Hallo liebe Leserinnen und Leser!
Unseren letzten Blogeintrag verfassten wir im Flugzeug auf dem Weg nach Hause. Wir nutzten die lange Flugzeit, um die Zeit in Sri Lanka und speziell unsere letzte Woche noch einmal Revue passieren zu lassen.
Wir blicken auf die vielen unbeschreiblichen Momente mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge zurück. Von einigen unserer Lieblingsmomente wollen wir euch in diesem Blogeintrag berichten:

Sehr genossen haben wir die langen Abende mit unserer Gastfamilie. Wir haben dabei viel gelacht und auch gelernt. Zum Beispiel lernten wir von unserem "Lehrer" Premadasa, wie man richtig mit den Fingern isst oder eine Banane "on the right and respectable way" isst.

Auch der "Bayerische Abend" war ein echtes Highlight für uns. Wir kochten unserer Gastfamilie Käsespätzle mit selbstgemachten Röstzwiebeln. Die Zubereitung war nicht ganz einfach. Wir mussten viel improvisieren, da eine Sri Lankische Küche normal nicht zum Spätzlemachen ausgelegt ist. Auch Premadasa merkte dies und beäugte unser Tun kritisch. Trotz der schwierigen Umstände bereiteten wir ein sehr leckeres Essen zu. Not macht ja bekanntlich erfinderisch :)

Die täglichen Busfahrten bleiben ebenfalls in unserem Gedächtnis. Wir sind schon richtige Profis. Auch Busfahrten mit über hundert Personen können uns nicht mehr aus der Fassung bringen!

Unsere absoluten Highlights in der Class of Hope waren die Strandbesuche. Die Erinnerungen an diese Tage zaubern uns noch heute ein Lächeln ins Gesicht.

Kein Tag verging, ohne dass Fotos gemacht wurden. Die Schüler waren ganz heiß darauf, selbst Fotos mit unseren Handys zu machen oder mit uns gemeinsam fotografiert zu werden. Kaum war das Handy in Sichtweite, kamen einige angerannt und man hörte nur noch "Foto, Foto, Foto". War unser Handy mal unbeaufsichtigt, wurden von den Schülern Fotos geschossen oder Videos gedreht.


Nun der Rückblick auf unsere letzte Woche in der Class of Hope.

Gleich zu Beginn der Woche fuhr Melli mit Dhammika zur Druckerei, um neues Papier für die "Medicine packats" zu holen. Lisa blieb während dessen bei Mallika in der Class, wo Sinhala unterrichtet wurde.
Nach der Pause gingen wir mit den Schülern nach draußen, um Ball zu spielen. Um für etwas Abwechslung zu sorgen, spielten wir an diesem Tag "Affendratzn". Das machte ihnen noch mehr Spaß als das übliche Ball hin und herwerfen.

Dienstags hatten die Schüler ihre erste Erste-Hilfe-Stunde bei Mallika. Die Schüler wirkten sehr interessiert und hinterfragten vieles. Neben dem normalen Unterricht machten wir uns daran, die Lesezeichen fertigzustellen. Auch die "Medicine packats" wurden an diesem Tag gefertigt.



Am Mittwoch Morgen fuhren wir beide gleich in die Stadt, um Fotos entwickeln zu lassen. Außerdem hatte Elena, die neue Freiwillige,  an diesem Tag ihren ersten Tag in der Class of Hope. Als wir zurück in die Schule kamen, stand Englisch auf dem Plan. In unserer Einheit gingen wir wieder auf die Farben ein. Dieses mal in Form einer Wasserbombenschlacht. Schüler und Lehrer hatten riesigen Spaß dabei!
Nachmittag kochten die Schüler gemeinsam eine Nudelpfanne. Alle waren sowohl beim Kochen als auch beim Essen mit Begeisterung dabei.
Unser persönlicher Höhepunkt an diesem Tag war, einen echten Saree zu tragen. Gemeinsam mit allen Kollegen hielten wir diesen Moment in einem Foto fest.

Am Donnerstag hatte Elena ihr erstes eigenes Angebot: den Kartoffeldruck. Sie wird euch bestimmt selbst von diesem Tag erzählen.
Anschließend gestalteten wir gemeinsam mit den Schülern ein Fotoherz. Mit Begeisterung malten sie es an und klebten die Fotos darauf. Ein Abschiedsgruppenfoto mit diesem Herz durfte natürlich nicht fehlen!

Um 12:30 Uhr machten wir uns auf den Weg zu Milkyway, um dort Mittag zu essen. Zum Abschied luden wir alle Schüler zu Fried Rice, Getränken und einer Nachspeise ein. Mit strahlenden Gesichtern bedankten sich die Schüler bei uns.

Am Outing-Day gingen wir - auf besonderen Wunsch von uns - noch einmal an den Strand. Dort angekommen, zogen sich alle ihre Badesachen an und es wurden gleich die ersten Wasserschlachten ausgetragen. Es machte so viel Freude, dass wir die Zeit ganz vergaßen und uns einen mega Sonnenbrand geholt haben. Somit war ein gelungener Abschluss unserer Zeit in der Class of Hope gesichert. Die Verabschiedung fiel uns allen sehr schwer. Wir blickten in viele traurige Gesichter und hatten auch selbst mit den Tränen zu kämpfen.
Von der Class bekamen wir auch ein Abschiedsgeschenk. Eine selbst bemalte Einkaufstasche!

  
Den Freitag Abend und Samstag Nachmittag nutzten wir ganz, um Zeit mit unserer Gastfamilie zu verbringen.
Am Freitag Abend luden wir alle zu einem Essen am Strand ein. Es war ein sehr schöner Abend, an dem man jedoch gemerkt hat, dass der Abschied immer näher rückt.

Den Samstag Nachmittag verbrachten wir gemeinsam mit einer Tasse Tee, frischen Früchten und Keksen im Garten. Wir versuchten jede Minute in vollen Zügen zu genießen und noch nicht an den Abschied zu denken.
Doch auch diesen konnten wir nicht umgehen. Es war ein sehr emotionaler und schwerer Moment für uns, da wir in den fünf Wochen ein Teil der Familie geworden sind. Wir haben uns bei ihnen zu Hause gefühlt. Hierfür möchten wir noch einmal DANKE sagen!
Wir werden die Zeit schrecklich vermissen und immer mit einem Lächeln an sie zurück denken.
So, jetzt wollen wir uns auch von euch verabschieden. Schön, dass ihr den Blog so fleißig verfolgt habt. Es hat uns gefreut, euch an unserer Zeit in Sri Lanka teilhaben lassen zu können.

Alles Liebe und Gute wünscht euch ein letztes Mal

Melisa!