Sonntag, 18. August 2013

Besserungen fuer die Class of Hope

Ayubowan aus Sri Lanka!

Seit letzten Dienstag befinde ich (Christoph 2. Vorstand) mich in Sri Lanka, wo ich mich fuer eine Woche bei der Direktorin der Class of Hope und ihrer Familie einquartiert habe, um eine ganze Liste an Vorhaben abzuarbeiten.

Die letzten Tage waren arbeitsreich, aber durchaus von Erfolg gekroent. Schon seit laengerer Zeit sucht(e) die Class of Hope ein neues, groesseres Schulgebaeude, das Platz bietet fuer einen differenzierteren und facettenreicheren Unterricht. Die neue Wirkungsstaette konnte schnell gefunden werden. Sie liegt in Magalle direkt an der Hauptstrasse, was die Moeglichkeit bietet die Idee eines schuleigenen Geschaefts zu realisieren. Das neue Schulegebaeude ist etwa 130qm gross, besteht aus 6 Raeumen und einem geraeumigen Garten. Ausserdem gibt es dort eine Kueche. Hier koennen nun Lebensfertigkeiten wie Kochen, Anbau von Obst und Gemuese sowie der Umgang mit Geld besser gefoerdert werden. Die Mehrkosten die dadurch entstehen, werden mit INGEAR Spenden finanziert.



Ein kleiner Schritt in Richtung Selbstaendigkeit stellt nicht nur das Eroeffnen eines eigenen Ladens dar, sondern auch das Verteilen von Spendenboxen in schulnahen Hotels und Restaurants. Bis jetzt konnten neun Hotels und Geschaefte gefunden werden, die das Projekt unterstuetzen. Generell fiel das Anliegen auf groesses Gehoer und Verstaendnis bei den betreffenden Geschaeftsfuehrern. Die Lehrer werden zusammen mit ihren Schuelern die Spendenboxen monatlich leeren und Dinge des alltaeglichen Gebrauchs damit finanzieren. Diese Idee wird von den kommenden Volunteers fortgesetzt werden, sodass eine hoffentlich gute Einnahmequelle erschlossen wird.



Ein weiterer Programmpunkt war ein Treffen mit den Lehrern und Schuelereltern der Class of Hope. Ziel war es, die bisherige Arbeit zu evaluieren, Vorschlaege zur Verbesserung des Schulbetriebs zu sammeln und zu diskutieren sowie ueber Neuigkeiten zu informieren. Die Eltern zeigten sich dabei sehr gluecklick mit dem neuen Schulgebauede und zogen im Rahmen eines Evaluationsbogens eine positive Bilanz zur Entwicklung ihrer Kinder. Bei der anschliessenden Diskussion stellte sich heraus, dass vor allem Englischunterricht und ein regelmaessiges Mittagessen in der Schule von den Eltern gewuenscht werden.



Weiterhin besuchte ich mit der Direktorin der Class of Hope und meiner Freundin, die ausgebildete Sonderpaedagogin ist, eine Familie und deren 13jaehrigen Sohn, der auf Grund seiner Mehrfachbehinderung noch nie beschult wurde. INGEAR hilft dieser Familie, indem der Transport zur Schule, der nur per Taxi moeglich ist, aus Spendengeldern finanziert wird. Der Junge, Heshan, wird zunaechst einen Tag in der Woche in der Class of Hope gefoerdert. Geplant ist eine dauerhafte Beschulung. Heshan wird somit in der INGEAR Class of Hope erstmalig die Gelegenheit geboten, mit Menschen ausserhalb seiner Familie Kontakt aufzunehmen. INGEAR freut sich sehr, Heshan und seiner Familie dies zu ermoeglichen.



An dieser Stelle sei abschliessend erwaehnt, dass INGEAR die Class of Hope mit Unterrichtsmaterialien versorgt hat, die per Paket nach Sri Lanka geschickt wurden. Dazu gehoeren auch drei Laptops, die uns gesponsert wurden.

In diesem Sinne noch einen schoenen August,

Christoph 


Sonntag, 4. August 2013

Neues aus der Class of Hope

Hallo liebe Class of Hope-Interessierten!

Ich, Veronika Strauß, bin die Projektleiterin der Class of Hope und werde ab sofort alle Neuigkeiten aus Sri Lanka hier posten. 

Was ist in den letzten Monaten in der Class of Hope passiert?

Nach den Schulferien im April starteten die SchülerInnen erneut am 22. April. Speziell der Umgang mit Geld stand in der folgenden Zeit im Vordergrund. Im Handarbeitsunterricht haben die SchülerInnen Lesezeichen, Grußkarten, Armbänder und Halsketten hergestellt. Anschließend haben die SchülerInnen ihre Eltern, Verwandte und Bekannte eingeladen und diese Dinge bei einem Verkaufstag in der Klasse verkauft. 
Handarbeitsunterricht


Die SchülerInnen lieben das Tanzen

In den Monaten Mai und Juni fanden die im Jahreskreislauf wichtigsten religiöse Feste für Sri Lankische Buddhisten statt, wie z.B. die Geburt Buddhas und die Ankunft des Buddhismus in Sri Lanka. Die SchülerInnen feierten diese Feste gemeinsam z.T. im Tempel oder auch im Klassenzimmer und dekorierten dieses festlich. An einem dieser Festtage organisierten die SchülerInnen ein Musikprogramm auf einer Bühne für die Gemeinde. Die SchülerInnen erfuhren dabei viel positive Aufmerksamkeit von der Bevölkerung. Sie wurden sehr bewundert, bekamen von manchen sogar Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten. Die Teilnahme an den religiösen Festen und das gemeinsame Feiern zusammen mit der Bevölkerung ist ein wichtiger Schritt Richtung Integration.
Anbetung im Tempel





religiöse Tänze
bei der öffentlichen Vorführung

 Leider regnete es in den vergangenen Wochen unerwartet viel, so dass die "langen" Tage des lebenspraktischen Trainings nicht statt finden konnten (in der Regel findet einmal pro Woche ein lebenspraktisches Training an einem Schulvormittag statt und einmal im Monat ist dieses Angebot sogar ganztägig. Dabei verlassen die SchülerInnen ihr nahes gewohntes Umfeld und erproben ihre Fähigkeiten in der Öffentlichkeit.) Anstelle der "Welttage" sind die SchülerInnen wöchentlich einkaufen gegangen und kochten gemeinsam. Momentan stehen die "Basisrezepte" des sri lankischen Kochens wie Dhal Curry und verschiedene Sambols (Art Gewürzpasten aus Zwiebeln, Chillies, etc. - ziemlich scharf) auf dem Programm, damit die SchülerInnen auch zu Hause beim Kochen mithelfen können. In den Schulpausen bereiten die SchülerInnen ihren Tee inzwischen immer selbst zu. In Sri Lanka wird viel schwarzer Tee getrunken, z.T. mit Milch und immer supersüß.
Auf dem Weg zum Einkaufen

 Es gibt 4 neue SchülerInnen in der Klasse. Zwei Jungs nehmen am täglichen Unterricht teil. Zwei andere Jungs gehen eigentlich auf eine andere Schule und nehmen in der Class of Hope nur an speziellem Unterricht teil.

Dhammika, die Rektorin, schreibt, dass sie bei allen SchülerInnen große Fortschritte beobachten kann. Die SchülerInnen sind sehr fleißig und bemühen sich sehr. Sie kommen alle gerne zur Class of Hope.

Vor einiger Zeit war es noch nicht gegeben, dass alle SchülerInnen regelmäßig am Unterricht teil genommen haben, weil sich viele das Fahrtgeld nicht leisten konnten. INGEAR übernimmt nun für alle SchülerInnen die Fahrtkosten und somit kommen inzwischen fast alle SchülerInnen täglich.


Veränderungen und Neuerungen für das kommende Schuljahr:

Nun ist August und das bedeutet auch für die SchülerInnen der Class of Hope FERIEN! 
Nach den Ferien im September wird sich dann einiges für die Class of Hope verändern:
- Die Klasse wird in ein neues, größeres Schulgebäude umziehen, da es mehr SchülerInnen geworden sind (vormittags 11, nachmittags 10) und so nicht mehr genug Platz zum unterrichten, kochen, arbeiten, etc. vorhanden ist. Christoph Schmidtke, 2. Vorstand von INGEAR,  fährt in den kommenden Tagen nach Sri Lanka und besucht das Projekt und wird  zusammen mit Dhammika, der Direktorin, verschiedene mögliche Gebäude besichtigen und eines auswählen. Christoph wird im Blog davon berichten.
Das bisherige Schulgebäude
 - Außerdem wird ein kleiner Shop eingerichtet, in dem die SchülerInnen ihre Handarbeitssachen und vielleicht auch kleine Snacks verkaufen können. Wie oft der Verkauf statt finden kann, muss noch geklärt werden. Bei der Wahl des neuen Schulgebäudes muss nun auch darauf geachtet werden, dass es einen passenden Verkaufsraum gibt. Die Idee des kleinen Shops kam von Dhammika. INGEAR findet dies eine super Idee, da so das wichtigste Anliegen, das lebenspraktische Lernen, noch stärker verwirklicht werden kann. Der Anreiz Dinge herzustellen, sich einen passenden Preis zu überlegen, mit Geld umzugehen, etc. ist so bestimmt für die SchülerInnen viel größer.
- Bisher war die Class of Hope ein Versuchsprojekt. Da sich nun eine derart positive Entwicklung abzeichnet und die Klasse so großen Zuspruch findet, will INGEAR nun dieses Projekt definitiv längerfristig unterstützen. Daher wird die Class of Hope nun auch bei der Regierung registriert.
- Im Herbst/November soll wieder ein großes Konzert mit Ausstellung statt finden. Dieses Mal soll es eine noch größere Aktion als im letzten Schuljahr werden, da die Nachfrage der Einheimischen nach erneuten Konzerten groß ist, weil viele so begeistert waren.

Wie ihr lesen konntet, passiert also wahnsinnig viel in der Class of Hope! Es ist sehr spannend wie sich alles weiter entwickeln wird. In jedem Fall befindet sich die Class of Hope auf einem sehr guten Weg!