Freitag, 5. Dezember 2014

Ein Jahr geht zu Ende...

Liebe Leserinnen und Leser,



"Ein Jahr geht zu Ende..." - auch wenn man hier in Sri Lanka so gut wie gar nichts von der Vorweihnachtszeit zu spüren bekommt, nähern auch wir uns dem großen Fest und dem Jahreswechsel. Heute war der letzte Schultag in der Class of Hope, aber bevor ich mich nun für den Rest des Monats verabschiede, da nun Ferien sind, möchte ich euch noch von unserer letzten ereignisreichen Woche des Schuljahres 2014 berichten.

"Is it okay, if we have an outing today?"

Diese Frage stellte mir Dhammika am Montag Morgen, denn normalerweise findet unser Outing-Day immer freitags statt. Es ist lustig für mich, dass mich die Schulleiterin fragt, ob wir das machen dürfen, schließlich bin ja nicht ich sondern sie der "Boss" im Haus. Da die letzte Schulwoche angebrochen ist für dieses Jahr, habe ich mir gedacht, dass wir schonmal ausnahmsweise vom Stundenplan abweichen können. 
So sind wir also zum nahegelegenen Hafen gegangen, wo 3 Besucherschiffe eingetroffen sind, die zur Besichtigung angelegt haben.

Kinder, Lehrer und Eltern kletterten eifrig aufs Boot
Dort wurden uns alle Geräte erklärt und alle Fragen beantwortet. 





Danach gabs noch ein Abschiedsfoto und kalte Milch zur Erfrischung bevors zurück in die Schule ging.






Ausstellung der Eltern

Am Mittwoch organisierte unsere Lehrerin der Educational School zusammen mit den Eltern eine kleine Ausstellung. Diese Lehrerin arbeitet wöchentlich einzeln mit den Kindern zusammen, wobei wunderschöne Kunstwerke entstehen. Doch auch unsere Eltern haben fleißig gebastelt und genäht - bei dem Anblick bin ich gar nicht mehr aus dem Staunen rausgekommen!





Ein Foto unserer Lehrerin der Education School das mir alle Worte raubt! Ihr Ausdruck ist einfach unbeschreiblich!


Amila´s Birthday party

Der Besitzer des neuen Restaurants von Nebenan hatte Geburtstag. Er wollte unseren Kindern eine Freude bereiten und kam prompt mit "rice and curry" Päckchen vorbei. Als kleines Dankeschön dafür, bekam er von den Schülern Blumen und von uns Lehrern einen großen Bilderrahmen für sein neues Restaurant. Geschmeckt hats auf jeden Fall allen, denn so schnell waren die Kinder schon lange nicht mehr mit dem Essen fertig!

Blumen für Amila

Reis für die Kinder

Merry Christmas and a Happy New Year!

Der letzte Schultag sollte etwas ganz besonderes sein, weshalb wir ein kleines "Konzert" auf die Beine gestellt haben, auf das alle, wirklich alle sehr stolz sein können.

Dhammika begrüßte alle Gäste mit ein paar freundlichen Worten in Sinhala (also ich glaub es zumindest, denn verstanden hab ich leider nix :D) und leitete gleich auf den ersten Programmpunkt der Kinder über.



Mit viel Kerzenschein, andächtiger Musik und einem bunt geschmückten Weihnachtsbaum kam dann irgendwie trotz brütender Hitze ein wenig weihnachtliche Stimmung auf.

Später kam dann noch ein tanzender Santa Claus für die Kinder vorbei und brachte Süßigkeiten, ein Foto für jeden und ein kleines Spielzeug vorbei.








Bevor es dann für alle Abschied nehmen hieß, wurde nochmal voller Freude getanzt. Egal ob Gäste, Schüler, Lehrer oder Eltern, jeder hat sein Tanzbein geschwungen.







Aber nach jedem Abschied kommt bekanntlich ein Wiedersehen. Nun sollen die Kinder aber erst einmal ihre Ferien genießen und das werde ich auch tun. Deshalb verabschiede ich mich auch jetzt für den nächsten Monat und melde mich dann im neuen Jahr wieder aus der Class of Hope.

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr,
bis bald,

eure Vroni

Samstag, 29. November 2014

Fair und Workshop-Day

Hallo alle zusammen,

wie schon angekündigt, hat sich diese Woche einiges in der Class of Hope ereignet. Nachdem sich dieser Term nun dem Ende zuneigt, organisierte unsere Shopleiterin Mallika einen "Fair". Doch das sollte nicht das Highlight der Woche bleiben. Nein nein, unser absolutes Highlight war unser Workshoptag am Freitag, der am Samstag Morgen für die Kinder endete. Doch seht selbst, mit welch einer Begeisterung unsere Schüler bei der Sache waren.

Fair - Markt

Nachdem am Montag noch eifrig gebastelt, Einladungen verteilt und eingekauft wurde, waren wir alle bereit, um all unsere gebastelten Sachen, Obst, Gemüse und landestypische Snacks zu verkaufen. Die Kinder standen stolz hinter den Tischen und erwarteten unsere Käufer schon sehnlichst.

Letzte Anweisungen von Apsara

Und dann wurde gewartet, bis die ersten Käufer eintrudeln

Es dauerte nicht lange und unser Schulgelände füllte sich
Nach einer kurzen Willkommensrede von Dhammika war dann schließlich das Marktgeschehen eröffnet und es wurde ordentlich zugegriffen. Zu kaufen gab es selbstgebastelten Schmuck und Blumen der Kinder, Räucherstäbchen, Obst und Gemüse, landestypische Snacks und normale Hausutensilien. Egal ob der Freund, die Angestellten vom Milkyway, dem Wasserladen, dem neuen Restaurant nebenan, die Nachbarn oder die Eltern - es wurde ordentlich zugegriffen und schnell leerten sich die vollgefüllten Tische. 

Snacks gabs bei Dilusha

Abgerechnet wurde bei Chamali und Mallika

Draußen war das Marktgeschehen in vollem Gange


Unsere Freunde vom Milkyway kauften uns alle Pfannkuchen ab!

Schnell waren die Tische geleert...
Danach wurde dann noch fleißig getanzt, um den großen Erfolg des Tages zu feiern. Sowohl die Lehrerinnen als auch die Kinder ließen ihrer Freude freien Lauf und es wurden einige neue Tänze einstudiert.
Der Kreativität der Verkleidungen wurden keine Grenzen gesetzt!


Nach einem langen und ereignisreichen Tag durften die Kinder dann auch verdienterweise ein wenig früher nach Hause gehen, um sich auszuruhen.


Workshop - Day

Einmal in 3 Monaten steht ein Workshop-Day auf dem Programm. An diesem Tag bleiben die Kinder bis zum nächsten Tag in der Schule. Für viele ist es das 1. Mal, dass sie woanders übernachten. Mit strahlenden Gesichtern sind sie schließlich alle mit vollgepackten Taschen und besorgten Eltern angetrabt. Auch für die Eltern war dies etwas völlig Neues. Eine Nacht ohne ihre Kinder zuhause - da gabs schon die ein oder andere Träne bei den Eltern. Nicht aber bei den Kindern! Die machten begeistert bei all unseren Aktivitäten mit. Nach dem Beten wurde noch ein bisschen gespielt und dann wurden sie in zwei Gruppen aufgeteilt. Die Mädchen verschwanden in der Küche, um "fried rice" mit "chicken" zu kochen und die Jungs durften mit Dhammika und mir Holz sägen und rumhämmern. Wie ich feststellen durfte, kamen vor allem bei den Jungs die handwerklichen Fähigkeiten zum Vorschein.

Apsara und Chamali beim Herausbraten vom Hühnchenfleisch

Tränen wurden beim Zwiebelschneiden Gott sei Dank nicht verteilt

Ashen unser neuer Handwerker!

Es wurde gehämmert, dass es nur so krachte

Fertig waren die Meisterwerke der Jungs
Nach dem Lunch kam dann noch Besuch von drei Deutschen, die ich zufällig kennengelernt habe. Sie kamen gleich in den Genuss unseres Tees. Sie verteilten Gummibärchen an die Kinder, schenkten uns viele Klamotten zum Anziehen und kauften uns einige Ketten und Armbändchen im Shop ab. 

Unser Lunch von den Mädchen zubereitet

Unsere Gäste Peter, Conny und Anja

Uiii deutsche Gummibärchen!

Danach fuhren wir mit einigen TukTuks nach Galle Fort, da wir im Heritage Cafe auf einen kleinen Snack eingeladen wurden. Dort wurden wir schon sehnlichst erwartet. Die Kinder durften zuerst noch ein Bild malen, bevor es dann für alle einen Teller voller Leckereien und Eiscreme gab. Von nebenan kam dann auch noch die Ladenbesitzerin, eine ausgewanderte Italienerin, die prompt kleine Geschenke an die Schüler verteilte.



Die freundliche Italienerin von nebenan

Auch unsere Lehrerinnen ließen sich die Häppchen schmecken

Abschiedsfoto mit den Angestellten des "Heritage Cafes"
Zurück in der Schule wurde dann noch gesunge, getanzt und geklatscht. Sowohl Freunde, Eltern als auch Geschwister schauten vorbei und haben fleißig mitgesungen. 

Dhammi und ihr Freund am Musizieren



Nach unserer kleinen Party war dann aber für die Kinder Zapfenstreich, schließlich war es schon ziemlich spät. Nach stundenlangem Rumgetolle sind dann auch den letzten die Augen vor Müdigkeit zugefallen. Morgens gabs dann noch Frühstück und schon kamen die Eltern aufgeregt in die Schule, um ihre Kinder abzuholen.

Die Jungs machen es sich auf dem Boden bequem

Wer sich da wohl nicht auf den Boden legen wollte sondern den Tisch bevorzugte... bleibt wohl ein Geheimnis!

Mein Fazit nach dieser Woche:
Es war unglaublich schön zu sehen, wie viel Zuspruch unsere Class of Hope hier findet. Die Leute sind von unserem Projekt hier begeistert, zeigen große Begeisterung und beschenken uns mit netten Worten, kleinen Geschenken und Essen. Vor allem aber freut mich, was für eine tolle Gemeinschaft unsere Class ist. Die Kinder verstehen sich super und ohne unsere Dhammika, unsere Lehrerinnen und die tatkräftig helfenden Eltern wäre ein Markt, oder eine Übernachtung in der Schule niemals denkbar. Es ist ein großes Geschenk, Teil dieser Class of Hope zu sein.

Ich hoffe, dass ich euch einen kleinen Einblick in unsere Woche geben konnte, die wohl die lustigste und ereignisreichste seit meiner Ankunft war.

Viele liebe Grüße aus der Class of Hope,

eure Vroni

Sonntag, 23. November 2014

Der ganz normale Wahnsinn

Liebe Leserinnen und Leser,

ja in unserer Class of Hope hausiert der ganz normale Wahnsinn. Wer meint, dass hier jede Woche gleich aussieht, der hat sich stark getäuscht. Das Schöne an diesem "normalen Wahnsinn" ist, dass wir aus ganz normalen Dingen, die für mich wie auch für euch als selbstverständlich gelten, hier manchmal schon als Wahnsinn oder etwas Besonderes bezeichnet werden kann.

Montag, 17.11.2014

Wie jeden Montag stand für unsere Class B Cooking auf dem Stundenplan. Dieses Mal wurde nicht groß aufgekocht, nein nein, dieses Mal wurden Brote geschmiert. Ja auch sowas soll gelernt sein. Wir wollen den Kindern schließlich Arbeitsschritte beibringen, die sie in ihrem Alltagsleben auch alleine ohne Hilfe erledigen können. Ich bekam auch gleich noch die ehrenvolle Aufgabe, alleine mit zwei Schülern zum Einkaufen zu gehen. Wie sich herausstellte war es für die Verkäufer wohl eher nicht der normale Wahnsinn, eine weiße Frau mit zwei einheimischen Kindern beim Einkaufen anzutreffen. Zurück in der Class of Hope wurden die gekauften Brote geschnitten...



... Butter und Marmelade auf die Brote geschmiert...






... und ordentlich auf den Tellern verteilt.

Geschmeckt hats den Kindern auf jeden Fall, denn wir konnten gar nicht schnell genug schauen und schon waren alle Brote in den Bäuchen der Kinder verschwunden.


Dienstag, 18.11.2014

Unser gewöhnlicher "Music-and Dance-Day" startete diese Woche mit einer kleinen "art therapy" mit unserer Kunstlehrerin Lakmini. Jedes Kind bekam einen Strohhalm und dann wurden die Wassermalfarben kräftig auf dem Papier herumgepustet.






Anschließend wurde wieder fleißig getanzt. Salik, unser Profitänzer, durfte gleich mal einen Soloauftritt hinlegen und als tanzender Wanderer durch die Gegend wandern, bei dem er immer einen neckischen Blick über seine Sonnenbrille warf.






Freitag, 21.11.2014

Schnell schlüpften alle Schüler, wie auch Lehrer in unser neues Schult-shirt und schon gings mit dem Bus auf nach Galle Fort in ein neues "Einkaufsgebäude".


Mit großen Augen wurden all die schönen Sachen bestaunt und am liebsten hätten wir alle einen riesengroßen Rucksack voll mit Mitbringsel mit nach Hause genommen.



Zum Schluss gabs dann noch für jeden eine Eiscreme, da sie alle unglaublich brav unseren Anweisungen gefolgt sind.

 


Und schon war auch eine ganz normale Woche wieder rum... da meint man eigentlich, dass die Zeit hier still steht, aber irgendwie vergeht sie dann doch wie im Flug.

Nächsten Freitag steht für die Kinder etwas ganz besonderes auf dem Stundenplan, doch seht selbst, was ich in meinem nächsten Eintrag erzählen werde. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, was wir an diesem Tag alles erleben werden... also seid gespannt!

Bis bald und liebe Grüße,

eure Vroni