Sonntag, 14. April 2019

Herzlich Willkommen in der Class of Hope!

Puh, was ein Gewusel an Menschen, insbesondere Taxifahrern am Flughafen in Colombo. Ich war sehr froh, als ich es in mein Hotelzimmer geschafft habe. Am nächsten Tag ging es dann weiter, alleine mit dem Zug nach Galle. Zum Glück ist man hier nie wirklich alleine, da alle Leute sehr hilfsbereit sind (z.B. beim Tragen des Gepäcks, natürlich wird etwas Geld erwartet, oder beim Finden des richtigen Gleises). Außerdem sind immer noch andere Reisende unterwegs, mit denen man sehr schnell ins Gespräch kommt.
Nach der holprigen Zugfahrt, mit einer Stunde Verspätung galt es nun Dhammika zwischen den vielen Menschen und Tuk Tuks zu finden. Aber auch das war am Ende kein Problem. Mit dem Tuk Tuk (erstaunlich wie viele Menschen und wie viel Gepäck da hineinpassen) ging es dann weiter zum Haus der Familie. Dort wurde ich herzlich von allen empfangen. Doch wer ist alle?
Im Haus wohnen: 
  • Dhammika, die Leiterin der Class of Hope, Hausherrin und Mutter der Familie. 
  • Premadasa, Hausherr und Vater der Familie, ebenfalls Tätig als Lehrer in einer disabled school. 
  • Tharuka, die jüngste Tochter der Familie, Mutter von Saheli und Asher und ebenfalls Lehrerin einer disabled school. Zurzeit geht sie jedoch nicht arbeiten, da sie sich um den kleinen Asher kümmern muss. 
  • Saheli, die 6-Jährige, die alle auf Trab hält und nie genug von Spielen, Stickern und Blumen bekommen kann. 
  • Asher, das 1,5 Jahre alte Schreibaby

Außerdem gibt es noch: 
  • Viraj, Tharukas Ehemann, der in Colombo arbeitet und unter der Woche meistens dort seine Zeit verbringt. Am Wochenende ist er dann bei seiner Familie. 
  • Thilini, die ältere Tochter der Familie, die aufgrund ihres Medizinstudiums in einem anderen Stadtteil von Galle wohnt.

  Von links: Tharuka, Premadasa, Dhammika, Thilini mit dem kleinen Asher auf dem Arm, Saheli und Ich bei einem Ausflug zum Galle-
                     Fort
 
Dann war es auch schon so weit. Es war Montag. Dhammika hatte noch ein Elterngespräch, weshalb ich erst später alleine mit dem Tuk Tuk in die Class of Hope gefahren bin. Direkt am Tor wurde ich von Salman und Myomi strahlend und mit Umarmung begrüßt.
In der Class of Hope fand dann meine offizielle Begrüßung statt.  Jeder der Schüler und Schülerinnen überreichte mir eine Blume, wodurch sich am Ende ein schöner großer Blumenstrauß ergab.




  Mallithi heißt mich mit Blumen Willkommen

  Von links: Salman, Mubarak, Ich, Salik, Ranul, Myomi, Piyumi, Mallithi, Sewwandi und Vaadi

















In den nächsten Tagen begann ich dann mit der Mitarbeit in der Class of Hope. Bereits ab dem zweiten Tag sollte ich Englisch unterrichten. Hiermit war ich zunächst sehr überfordert, da ich keinen der Schüler beim Namen kannte, noch wusste wie der bisherige Wissensstand ist und welche Erwartungen ich haben kann. Nach einem Gespräch und einer Beispielstunde von Dhammika habe ich mich allerdings schon sehr viel wohler gefühlt.
Zusammen mit Dhammika habe ich einen neuen Stundenplan aufgestellt. Es viel uns jedoch sehr schwer uns daran zu halten, da es in dieser Zeit wichtiger war, das Sinhala Neujahrs-Fest vorzubereiten. Offiziell wird das neue Jahr in Sri Lanka am 13. Und 14. April gefeiert. Da zu dieser Zeit jedoch bereits Schulferien sind, fand das Neujahrsfest der Class of Hope bereits am 5. April statt.
Und vorzubereiten gab es einiges. Die Schüler sollten Spiele einüben, die dann am Festtag den Eltern gezeigt wurden. Darunter Spiele wie „Lime & Spoon Race“, Wasser in eine Flasche füllen, Bowling, „bursting balloons“ oder Reise nach Jerusalem.




 


















 

Bild links: Myomi bei „filling the water“; Bild recht: Ranul und Mubarak bei „passing the ball“, Im Hintergrund von links: Hasini, Vaadi und Mallila
Außerdem mussten Sponsoren gesucht werden, die bereit dazu waren Geschenke für die Schüler zu besorgen. Helfer für das Essen mussten auch gefunden werden. Die Geschenke, sowie das Essen für seine Gäste gehören zur Tradition des Neujahrfestes.
Ob alles so wie geplant gelaufen ist am Neujahrsfest der Class of Hope? Das ist im nächsten Blogeintrag zu lesen…

Freitag, 5. April 2019

Aubowan


Hallo und Aubowan aus dem wunderschönen Sri Lanka!
Gefühlt gestern noch befand ich mich in dem kalten verregneten Deutschland und konnte es kaum abwarten, dass es endlich los geht nach Sri Lanka! Und nun sitze ich schon fast drei Wochen mit gebräunter Haut und frischen Mangos im Schatten der Palmen auf dem Balkon.

  Saheli, Tharuka und ich - genaueres zu meiner Gastfamilie folgt in den nächsten Einträgen
Aber zurück zum Anfang. Ich bin Jana, 21 Jahre alt und die neue Freiwillige in der INGEAR Class of Hope in Galle. Für 22 Wochen werde ich versuchen den Schülern neue Dinge beizubringen, mit ihnen musizieren und tanzen, basteln, handwerken und so vieles mehr…
Des Weiteren werde ich sehr viel von den dortigen Lehrern, insbesondere Dhammika und natürlich von den Schülern lernen.
Aber warum das Ganze? Ich studiere im vierten Semester soziale Arbeit in Regensburg. Bei diesem Semester handelt es sich um Praxissemester, in dem ein 22-wöchiges Praktikum absolviert werden muss. Für mich war schon zu Beginn meines Studiums klar, dass ich für dieses Semester ins Ausland möchte, falls meine Finanzen mir das erlauben. Nach etwas Internetrecherche und vielen Gesprächen mit Kommilitonen bin ich irgendwann auf INGEAR gestoßen. Die Beschreibungen aller Projekte auf der Website und die Arbeit von INGEAR hat mir direkt sehr gut gefallen. Daher entschloss ich mich eine E-Mail zu schreiben und ein Praxissemester im Ausland anzufragen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich immer sehr gut beraten gefühlt. Ich habe viele Telefonate zu den einzelnen Projekten in verschiedenen Ländern geführt und mich mit früheren Freiwilligen ausgetauscht. Doch bei so vielen großartigen Projekten war es gar nicht so einfach eine Entscheidung zu treffen. Also beschloss ich einfach auf mein Bauchgefühl zu hören.
Was soll ich sagen? Nun sitze ich hier im wunderschönen Sri Lanka und kann sagen, dass ich eine sehr gute Wahl getroffen habe. Ich bin schon gespannt auf die nächsten Tage, Wochen und Monate und was in dieser Zeit alles passieren wird.
Auch das Reisen soll in dieser Zeit nicht zu kurz kommen. Ich hoffe möglichst viel von dieser wunderschönen Insel erkunden und entdecken zu können. Und ich denke es gibt so einiges sehenswertes. Außerdem freue ich mich sehr auf eine neue Kultur, neues Essen, neue Tiere und ganz viele neue Menschen, die ich in meiner Zeit hier kennenlernen darf.
Das wichtigste werden jedoch vermutlich die Herausforderungen sein, vor die ich hier gestellt werde. Es wird nicht immer einfach sein, alleine in einem fremden Land zu sein. Weg von der eigenen, vertrauten Kultur, den eigenen Freunden und der eigenen Familie. Auch die Arbeit in der Class of Hope wird sehr viele Herausforderungen bringen. Angefangen bei der Sprachbarriere, über den richtigen Umgang mit den Schülern, immer dafür zu sorgen, dass alle glücklich und zufrieden sind, sowie die Fähigkeiten der Schüler zu erkennen, sie gleichzeitig fordern, fördern, aber nicht überfordern. Doch gerade diese Herausforderungen sind es im Endeffekt, aus denen ich am meisten lernen kann.
Was bringt es jedoch sich vorher schon verrückt zu machen? Richtig, nichts. Also werde ich diese spannende Zeit einfach auf mich zukommen lassen und abwarten was passiert. Denn im Endeffekt sind es doch gerade diese Herausforderungen, aus denen ich am meisten lernen kann.
Doch genug davon. Welchen Herausforderungen ich mich stellen musste und welche Erfahrungen ich letztendlich machen konnte wird ja hier zu lesen sein.