Mittwoch, 7. Juni 2017

Flut

Die Monsunzeit hat angefangen. Es regnet sehr viel, ich dachte für Sri Lanka ist die Menge an Regen normal. Doch vor 10 Tagen haben wir dann in den Nachrichten mitbekommen, dass 4 sehr große Flüsse komplett übergelaufen waren, die Aufnahmen waren sehr schlimm, wir waren alle sehr geschockt. Bisher habe ich solche Naturkatastrophen nur im TV gesehen und noch nie hautnah miterlebt. Zuallererst war ich erleichtert, als mir meine Gastfamilie mitgeteilt hat, dass der nächste Fluss weit genug entfernt ist, so dass wir weder zu Hause noch in der Schule Angst vor einer Überflutung haben müssen.





Viele Dörfer und Straßen  standen komplett unter Wasser. Auch einige Freunde und Familienmitglieder meiner Familie waren betroffen. Wir wollten helfen, aber da wir weder ein eigens Auto noch ein Tuk Tuk besitzen, könnten wir nur das Wochenende abwarten und hoffen, dass sich die Wetterlage verbessert. Am Sonntagabend haben wir dann in den Nachrichten mitbekommen, dass schon 150 Leute gestorben, 200 Leute vermisst und 50.000 Menschen ihre Häuser verlassen mussten...

Am Montag in der früh sind wir dann wie immer mit dem Tuk Tuk in die Schule gefahren. Es sind 5 Schüler trotz dem schlechten Wetter gekommen. Meine Gastschwester Tharu, hat in Facebook einen Post von einem Freund gelesen, dessen Dorf betroffen ist. Sie baten um Essen und Trinkwasser. Auf Grund dessen haben wir spontan entschieden, dass wir Curry kochen und es dorthin fahren :) Wir haben alle Zutaten eingekauft, nur um dann festzustellen, dass wir keinen Strom mehr haben... Aber so etwas bringt hier niemanden aus der Ruhe, wir haben einfach eine Feuerstelle gemacht und draussen gekocht :D






Dann haben wir noch Wasser, Süssigleiten, Hygieneartikel und Medizin gekauft und sind dann mit einem Freund von Dhammika und dessen Van nach Udugama gefahren. Die Dörfer hinter Udugama sind sehr stark betroffen. Viele Straßen und Häuser sind überflutet und von Erde verschüttet.










Wir hatten natürlich viel zu wenig dabei, aber mehr war in dieser kurzen Zeit nicht zu organisieren bzw. zu kochen. Trotzdem waren die Menschen sehr dankbar, dass wir ihnen kleine Curry Pakete gebracht haben und wir waren glücklich, ihnen geholfen zu haben.
Ich war sehr erstaunt über die enorme Hilfsbereitschaft, der Leute untereinander. Jeder mit einem fahrbaren Untersatz hat Lebensmittel und Wasser an die Betroffenen verteilt. Von der Regierung hier, kann man nicht so viel erwarten.




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