Sonntag, 14. September 2014

"Neues aus Galle"

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne..."


...Doch, um zum Anfang meiner Zeit hier in Sri Lanka zu gelangen, müssen wir die Uhr um 5 Wochen zurückdrehen!
Zunächst, jedoch möchte ich mich bei dir lieber Leser kurz vorstellen, damit du eine ungefähre Ahnung bekommst, mit wem du es hier die nächsten Wochen zu tun hast. Meine Name ist Patrick (25) und Student der Soziale Arbeit. Sooo genug erstmal, wie ich dem Blogger Leitfaden entnehmen konnte, ist es nicht ratsam den  Leser zu Beginn zu sehr zu langweilen :-)
Jedoch eine Sache, möchte ich an dieser Stelle noch loswerden, wenn es dir recht ist. Und gemäß Klaus Augenthaler stelle ich die Fragen und die Antworten gebe ich auch gleich noch :-)

Warum Ingear?
Aus persönlichen Bezug zu diesem tollen Verein, der wie ich finde großartige Projekte unterstützt und viel Leidenschaft, Zeit und Enthusiasmus in die einzelnen Projekte steckt, um in dieser sehr düster gewordenen Welt ein kleines Licht zu entzünden!

Warum ausgerechnet das Projekt der "Class of hope" in Sri Lanka?
Persönlich reizte mich das Land und die buddhistisch geprägte Kultur und in beruflicher Hinsicht ist es als Sozial Arbeiter sicherlich auch nicht verkehrt, diese Erfahrung zu machen. Da ich bereits in Deutschland im Bereich, Lebenspraktische Schule für behinderte Kinder / Jugendliche tätig war, ist der Vergleich (wenn auch nicht vergleichbar) sehr spannend zu sehen.

Außerdem wollte ich einmal was wirklich sinnvolles mit den 3 monatigen Semesterferien anfangen. denn: "nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen."

Und zu dieser Reise brach ich am 5.8 auf. Zunächst gings mit Bus, Bahn, TukTuk und Fahrrad 3 Wochen lang quer durchs Land, um mir ein Bild von Land und Leuten zu machen.

Da diese Reise etwas sehr persönliches für mich war, bitte ich dich lieber Leser um Verständnis, wenn ich hier keinen ausführlichen Reisebericht liefere. Außerdem war, wie ich so hörte, der August in Deutschland wettermäßig eher suboptimal, daher würden Bilder von hier nur Neid    
und Missgunst heraufbeschwören. :-)

Naja gut eins vielleicht:




Was ich aber nach 3 Wochen des Reisens sagen kann, ist, dass dieses Bid  über Land und Leute hier durchweg Positiv ist. Die Mentalität hier zeigt sich in der kommunikativen Art, sowohl auf der verbalen, als auch auf der nonverbalen Ebene. Hier schickt man sich keine Smileys via Whatsapp, Facebook bla... NEIN, hier finden doch tatsächlich noch zwischenmenschliche Begegnungen auf persönlicher Art und Weise statt, die mit einem Lächeln quittiert werden. 
Ich weiß, für den ein oder anderen muss sich das geradezu "lächerlich" anhören. :-)

Nun bin ich ja schon seit 5 Wochen hier und lächele mit den Einheimischen fleißig um die Wette, sage zu allem " Hari Hari "(okay okay,  bedeutet) und fühle mich schon fast wie einer von ihnen. Wären da nicht die ständigen Blicke und die immer gleiche Aussage der Einheimischen:
"Ah Germany, Hitler`s counrty, good country! ", die mich meiner Illusionen berauben als weißer Mann dazuzugehören.

Fazit: Sri Lanka hat eigentlich alles zu bieten, was das Backpacker-Herz höher schlagen lässt. Die landschaftliche Vielfalt, die Diversität in Flora und Fauna gepaart mit der herzlichen Art der Menschen, kann  einem diese Insel einfach nur ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
 

28.8.- 31.8.14      

Ungewissheit, Vorfreude, Spannung 

 

"Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne.

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andere, neue Bindungen zu geben. "

 

Nach 3 Wochen des Reisens, Bekanntschaften und Abschiednehmen von liebgewonnen Menschen und Orten, war es nun an der Zeit, dem Leben aus dem Rucksack den Rücken zu kehren, das Nomadenleben aufzugeben und schließlich sesshaft zu werden.
Ebenso abenteuerlich wie die Fahrt mit dem TukTuk zum Haus der Gastfamile, war auch der Preis, den ich für die Fahrt bezahlt habe. Der Fahrer hatte gut lachen, immerhin hat ihm der ahnungslose weiße Mann gerade das 3-Fache vom normalen Fahrpreis bezahlt. :-) aber man hilft ja gerne, wo man kann.

Der herzliche Empfang Premadasa`s und seiner gesamten Familie, ließen mich dieses malheur jedoch schnell vergessen. Es wurde groß aufgetischt, wie es für Sri Lankische Verhältnisse üblich zu sein scheint. Doch leider hat man in all der Vorbereitung wohl eine entscheidende Sache vergessen, dass ich ja eigentlich gar nichts gekochtes esse, geschweige denn Fisch noch Fleisch. :-) 
Nach der ersten Verwirrung, wie man denn so überleben kann, wurde mir dann aber ein leckerer Salat und Früchte aus dem eigenen Garten angeboten. 

                                         Dhammika und Ich bei der Zubereitung des Dinners
 

Mittlerweile füge ich mich den hiesigen Gepflogenheiten und wir haben uns auf eine Schale Reis am Tag geeinigt, um der Frage: "Will you survive?" und den damit verbundenen besorgniserregten Gesichtern von Dhammika und Premadasa aus dem Weg zu gehen :-)

Das Wochenende nutzte ich dazu, um mich in der neuen Heimat einzurichten, mich von den Strapazen der Reise zu erholen und neue Kräfte zu mobilisieren für den ersten Schultag. 
 01.09.14

1. Schultag


Eine Schultüte gabs nicht, dafür eine lange to-do- list aus Deutschland. Jedoch bevor wir richtig loslegen können, stand erstmal Frühjahrsputz im September auf dem Stundenplan der Class of Hope. 
Schüler, Eltern, Lehrer und auch meine Wenigkeit halfen zusammen, um die Class of Hope wieder auf Vordermann zu bringen. Es wurde gefegt und geschrubbt, bis auch das letzte Staubkorn ein Einsehen hatte. 





02.09.14

     "Zu hegen und zu pflegen sei bereit, 

    das Wachsen überlass der Zeit."




                               
 Am Dienstag stand, wie man unschwer erkennen kann, der Garten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Unkraut wurde gejähtet, neue Beete gesetzt. Da ich lediglich mit der heimischen aber nicht mit der hiesigen Botanik vertraut bin und hier Unkraut nicht von Nutzpflanze unterscheiden kann, wurde ich schnell meines Postens des "(Un)Krautvernichters enthoben und zu gröberen Arbeiten bestellt. 

Mission: Baue eine Beeteinfassung - Schwierigkeit dabei: du darfst keine Geräte wie Schaufel und Schubkarren verwenden (denn, die gibt es nicht) ;-)




 
Mission completed

Aber die Mühe hat sich gelohnt und ein Teil des Gartens kann nun bereits wieder Früchte tragen. 

Für die Schüler endete der Tag bereits um 13:00, da für Dhammika und mich ein wichtiger Termin ins Haus stand. Soll konkret heißen ein Besuch beim Anwalt, stand auf dem Tagesprogramm. Leider erfuhr ich ein wenig zu kurzfristig von einem so formellen Besuch und ich war dementsprechend nicht entsprechend gekleidet :-) , aber das schien hier, wie so vieles kein Problem zu sein. 
Die neue Konzeption der Class of Hope und die Lehrerverträge standen auf dem Prüfstand. Schließlich einigten wir uns auf einen gemeinsamen Nenner und leiteten alle weiteren Schritte in die Wege.


03.-04.09.14                     

Entschuldigt wegen Grippe ;-(

 Von Mittwoch und Donnerstag, kann ich euch leider nicht viel berichten, da mich eine Erkältung fest im Griff hatte und ich gezwungen war das Bett zu hüten. In der Class stand eigentlich Outing-Day auf dem Programm, der aufgrund des nasskalten Wetters jedoch buchstäblich ins Wasser fiel. 

Am Donnerstag kochten die Schüler vormittags ein leckeres Mittagsgericht. Ich hoffe beim nächsten Kochtag auch mit an Bord an sei zu können. Vielleicht gibt es ja nen Obstsalat.  :-)

   

05.09.14               

"Lehrerkonferenz"

                 
Tharuka, Sriyanthi, Sandun Dhammika und ich

Am Freitag hieß es, verlängertes Wochenende für die Schüler, da Dhammika und Ich die erste Lehrerkonferenz im Schuljahr 14/15 einberufen hatten, um gemeinsam mit den Lehrern alles wichtige für das kommende Jahr durchzusprechen. Es wurden Wünsche, Anregungen und gute Ideen seitens der Lehrer eingebracht, um den Aufenthalt und die Atmosphäre in der Class of hope noch angenehmer zu gestalten. 
Farbige Wände, Vorhänge, neue Sportgeräte, eine relax-ecke für die Jugendlichen sind dabei angedacht. 
 Außerdem wurde der einstimmige Beschluss gefasst neue Schuluniformen für die Schüler, als auch für die Lehrer zu besorgen. Der Design-Vorschlag ein Ingear T-Shirt mit Logo, um sich aus der grauen Masse der Schuluniformen abzuheben und Geschlossenheit besonders am Outing Day zu signalisieren. Vielleicht auch eine Möglichkeit, um das Interesse der Menschen auf uns zu ziehen und neue Kunden für den Shop zu gewinnen. 

Mit vielen neuen Erkenntnisen und ebenso viel Halsschmerzen gings ins Wochenende.


09.09.14.         

 " Kids just wanna dance" ;-)


Wochenende und Poya Feiertag reichten erstmal aus, um für Dienstag wieder genug Energie zu haben, um in den Music and Dance Day zu starten. Wie ich es kaum für möglich gehalten habe, da mir die Erkältung noch mächtig in den Knochen hing, entfalteten die Schüler eine so große Freude, die mich ansteckte und diese Energie entlud sich postiv: Aber seht selbst: 




 





10.09.14      

"Kochen mit Patrick"

 

Am Mittwoch starteten wir gemäß dem neuen Stundenplan mit dem Einkaufen der Zutaten für das Mittagessen. Da die Schülerzahl noch überschaubar ist (neue Schüler stoßen erst noch dazu) und die Kochlehrerin erst am Montag eingesetzt werden kann, halfen alle zusammen, um ein köstliches Mittagsmenü zu zaubern.

 











12.09.14   

Frisch, Fromm Fröhlich Frei.....     http://doedelix.weebly.com/uploads/2/3/0/1/23015420/5399595.jpg?350   


So lautete das Motto am Freitag in der Class of Hope mit mir als "stellvertretender Direx" in Abwesenheit von der erkrankten Dhammika.

Wir mussten etwas improvisieren, da der Outing- Day ohne Dhammika nicht möglich ist, standen Gardening, Producing Handicrafts und Game Time auf dem Stundenplan der CoH. 










 















 

 








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